Interview für das alverde-Magazin im Juli 2017 zum Thema "Innere Unruhe"

Auszüge aus dem Artikel:

 

"…Nervosität kennen die meisten Menschen von außergewöhnlichen und aufregenden Situationen, von Prüfungen beispielsweise.....

Typische Anzeichen für diese sogenannte innere Unruhe sind: „Das Gefühl, ständig auf dem Sprung zu sein, Herzrasen,
schnelle, flache Atmung oder auch Kopfschmerzen“, sagt Psychologin Silvia Berger-Münster. 
„Viele grübeln oft stundenlang, können ihr Gedankenkarussell kaum noch stoppen – auch nachts nicht“, weiß die Psychologin.
….
„Diese innere Unruhe ist ein Zeichen dafür, dass es jemand einfach zuviel geworden ist“, erläutert die Psychologin. ……...

Die Betroffenen haben oft das Gefühl, die anstehenden Aufgaben im Alltag nicht mehr bewältigen zu können.
…. WER VON INNERER UNRUHE BEHERRSCHT IST, ERLEBT DEN ALLTAG ALS STÄNDIGE ÜBERLASTUNG.

 

ERSTE GEGENMASSNAHME:
STOPPSCHILDER AUFSTELLEN UND RUHEINSELN SCHAFFEN, RÄT PSYCHOLOGIN SILVIA BERGER-MÜNSTER.


...Körper mitsamt der Seele überfordert ist, weiß die Expertin. „Es sind aber nicht nur negative Faktoren, die das innere Gleichgewicht stören“, fügt sie hinzu. Auch positive Dinge können belasten, wenn sie das Leben gehörig durcheinander wirbeln und es Energie kostet, sich an neue Rahmenbedingungen zu gewöhnen. Dazu gehören beispielsweise eine Beförderung, die Geburt eines Kindes oder auch eine Hochzeit mit großer Feier. Was jemand als belastend erlebt, ist individuell sehr unterschiedlich....
„Grundsätzlich gilt: Wenn das persönliche Stressmanagement scheitert, reagiert der Körper und schreit“, sagt die Psychologin. Unvorhersehbarkeit sowie Unkontrollierbarkeit von Situationen wirken außerdem verstärkend und rufen oft Ängste hervor.


Was dann?

Silvia Berger-Münster hat verschiedene Tipps zur Entspannung.


BEWEGUNG
Treiben Sie Sport oder bauen Sie 30 Minuten moderate Bewegung wie Fahrradfahren, Spazieren oder Gartenarbeit in Ihren Tag ein.


NEUE WEGE
Nehmen Sie den Automatismus aus Ihrem Alltag. Putzen Sie Ihre Zimmer in einer anderen Reihenfolge oder nehmen Sie ein anderes Verkehrsmittel, um zur Arbeit zu kommen. Sie bringen dadurch Achtsamkeit in Ihren Alltag.


TIEFES ATMEN
Bewusstes Atmen bringt Energie. Nehmen Sie sich drei Minuten Zeit und atmen Sie bewusst ein und aus.


GRENZEN SETZEN
Sagen Sie einmal am Tag Nein, wenn Sie eine weitere Aufgabe übernehmen sollen.


ACHTSAMES ESSEN
Entschleunigen Sie Ihren Alltag durch bewusstes Essen. Genießen Sie Ihre Mahlzeit ohne nebenbei etwas zu tun – wie lesen, reden oder fernsehen.


MEDIALE PAUSE
Machen Sie mindestens einmal die Woche eine mediale Pause und legen für einen Tag Smartphone, Laptop oder Tablet weg.


ENTSPANNUNG
Erlernen Sie Entspannungsverfahren wie progressive Muskelentspannung, Yoga oder autogenes Training.


VIEL LACHEN
Lachen Sie dreimal am Tag laut und mit Genuss.

…"

 

Den ganzen Artikel finden Sie unter folgendem Link.


Interview für die Frankfurter Allgemeine Zeitung im Juni 2019 zum Thema "Stressbewältigung"

Auszüge aus dem Artikel:

 

"…Silvia Berger-Münster aus dem niedersächsischen Jork hilft dabei, herauszufinden, was das sein kann. Die Gesundheitspsychologin berät Unternehmen, lehrt in Seminaren Entspannungstechniken und betont: „Es gibt keine Standardstrategie, wer wie am besten entspannt.“ Einfache Antworten gebe es darauf nicht, das sei eine
Persönlichkeitsfrage. „Das hängt von den eigenen Normen und Werten ab und davon, was erlaube ich mir an Erholung,
oder bin ich nur etwas wert, wenn ich etwas tue?“ 

Menschen, die zum Beispiel bei der Arbeit unterfordert seien, brauchten eine Herausforderung, um ihr Gleichgewicht
wiederzuerlangen. „Denken Sie nur an das Sensation Seeking.“ ……...

... Silvia Berger-Münster sagt, die meisten Menschen erspürten, wie sie sich erholen. Aber was ist mit den Ausgebrannten, von denen es immer mehr gibt? Deren Gedankenkarussell umkreist unerledigte Aufgaben und Ärger im Büro. „Raus aus dem Kopf, rein in den Körper, ins Hier und Jetzt zu kommen ist erlernbar. Wer Meditation, Atemübungen in sein Leben lässt, dem gelingt das.“ Oder Achtsamkeitsübungen. „Achtsam zu sein, das machen wir zwischendurch, ohne es zu bemerken. Wenn Sie zwei
Minuten die Nachbarskatze beobachten, die sich in der Sonne putzt, dann haben Sie schon achtsame Momente.“
Die Psychologin hat gute Erfahrungen damit gemacht, Menschen zum Innehalten anzuregen. In ihren Kursen macht sie eine Schokoladenmeditation. Sie funktioniert kinderleicht für den Hausgebrauch: Sorgfältig eine kleine Praline auswählen, sie so verköstigen, als habe man so eine Süßigkeit noch nie gesehen, sie befühlen, an ihr schnuppern, sie genüsslich verspeisen und mit geschlossenen Augen den Schmelz auf der Zunge zergehen lassen. „Die Übung hat jeder gerne gemacht“, sagt Silvia
Berger-Münster.
Abends rät sie zu Transferübungen, um Routinen zu durchbrechen, zum Beispiel beim sorgfältig zubereiteten Abendessen
eine halbe Stunde zu schweigen, die Zähne mit der anderen Hand zu putzen oder das Auto stehen zu lassen und ins
Büro zu radeln. Eine andere Sitzordnung zu wählen, kann auch in beruflichen Konferenzen neue Sichtweisen bringen,
sagt die Gesundheitspsychologin. „Kleine Dinge im Alltag anders machen kann jeder ausprobieren.“
…..
 „So eine Gruppe gibt Halt. Es tut gut, wenn man ein Netzwerk hat, viele Likes, viele Herzchen geben Energie, stärken und
erfreuen.“ Sie formuliert versöhnlich: „Jeder Mensch hat seine eigene Wirklichkeitskonstruktion.“

…"

 

Den kompletten Artikel können Sie im F+-Teil der FAZ unter der Rubrik "Beruf und Chance" als angemeldete/-r Abonnent/-in lesen. Folgender Link führt Sie zum Artikel vom 15.06.2019.